
An Blascaod Mór – The Great Blasket Island
Wenn man von Irlands Hauptstadt Dublin schnurgerade nach Südwesten fährt - so schnurgerade es die gewundenen irischen Straßen eben zulassen - dann landet man schließlich, kurz bevor die Welt zu Ende ist, auf der Halbinsel Dingle in der Grafschaft Kerry. Vor der Küste von Dingle ragt, wie ein gestrandeter Wal, eine Insel aus der atlantischen Brandung. Ein grüner Hügel wölbt sich wie ein Buckel empor, an seinem Fuß scharen sich grauweiße Tupfen entlang eines grauen Strichs. Die Tupfen sind leer stehende Häuser, der Strich die ehemalige Dorfstraße. Der verlassene Ort auf der Great Blasket Island ist das wohl berühmteste Geisterdorf Irlands. Auf der schroffen, baumlosen Insel lebten bis vor fünfzig Jahren Kleinbauern und Fischer - bevor sie, von Stürmen gebeutelt und vom Hungertod bedroht, ihr Eiland 1953 schliesslich verlassen mussten. In den Jahrzehnten vor dem Exodus vollbrachten die Insulaner etwas Einzigartiges: sie schrieben Bücher über ihr archaisches Leben. Nicht Anthropologen oder Ethnografen zeichneten die Geschichte der Blasket-Insel auf, sondern ihre Bewohner selbst! Text: Imogen Rhia Herrad

















The poet, farmer and sailor Danny Sheehy is reading the last chapter of “The Islandman“ by Tomás Ó Criomthain, *1856 - †1937, Talbot Press Limited 1934.
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