rogerhagmannfotografie

bw_MG_1241


Die Ghettoboxer von Halle

Beim Boxtraining hat nur einer das Kommando: der 46 Jahre alte Uwe Schuster, genannt „Commander“. Uwe Schuster, der bullige frühere Boxer, der während seiner Zeit auf der Kinder- und Jugendsportschule in Berlin zu den größten Talenten der DDR zählte, sieht sich aber auch in der Rolle des Sozialhelfers. „Hier können sich die Jungs entfalten und kommen nicht auf dumme Gedanken. Wenn sie Party machen wollen, dann hier.“ Im härteste Profiboxcamp Deutschlands, wie es auf der hauseigenen Website vorgestellt wird, muss im Winter erstmal Holz gehackt werden, da das seit mehreren Jahren zum Verkauf ausgeschriebene Haus an der Berliner Straße nur mit alten Holzöfen beheizbar ist. Duschen gibt es keine. Der Putz bröckelt von den Wänden und die Sandsäcke sind notdürftig geflickt. Während die Boxer im Innenhof ihre Liegestützen machen und mit Hanteln in den Händen Schattenboxen, dröhnt laute Hip-Hop-Musik aus dem Fenster im obersten Stock. Der Rapper Mastino hat für Schuster und seine Boxer ein Lied geschrieben, mit dem sie bei ihren Kämpfen zum Ring marschieren. Darin heißt es: „Das Ghetto schlägt zu, ich box mich aus dem Dreck. Gib mir nur eine Chance, und ich schmiede mein Glück.“ Text: Arne Leyenberg


bw_MG_8175





bw_MG_9776





bw_MG_0339





bw_MG_8218





bw_MG_9753





bw_MG_9601





bw_MG_9542





x_MG_5151





x_MG_5177





bw_MG_1205





bw_MG_9701





bw_MG_9270





bw_MG_9823





bw_MG_0026





bw_MG_9789

triangel